Dienstag, 15. April 2008

Feedback II

Seit meiner ersten Rückmeldung ist einige Zeit vergangen. Noch einmal melde ich mich bei Ihnen, nachdem ich alle Posts von 4 Bloggruppen und viele Kommentare gelesen habe: gut durchdachte, tiefgründige sowie oberflächliche, rasch hingeschriebene (sie wissen es ja selber). Gerne füge ich den Ihren noch ein paar Bemerkungen zu.

1. Im Wochenblog zur Naturerfahrung gab es neben eindrücklichen und stimmungsvollen Bildern auch berührende und teils sehr philosophische Texte. Dieser Blog fiel offenbar in die Zeit des Abschlusses Ihrer Diplomarbeiten. In stressigen Zeiten fällt ja das Abschalten und Auftanken, das „einfach Dasein“ besonders schwer, auch wenn man es genau dann am nötigsten hat. Aus Berichten zu ganz selbstverständlichen, kleinen Dingen wie Schneeflocken oder Sonnenstrahlen, jubilierenden Vögeln oder gluckernden Bächlein erfahre ich, dass wer sich ins Herz der Natur begibt, sich wirklich auf sie einlässt, auch einen grossen Gewinn davon hat (und gilt ja auch für anderes im Studium…)
Spannend war zu lesen, wie sehr Extremerfahrungen in der Natur wie Biwakieren, Scheeschuhwanderungen im Sturm als tiefe Erlebnisse zurückbleiben. Auch mir sind diejenigen Skitouren am stärksten in Erinnerung geblieben, die am meisten von mir abverlangt haben. Sind Grenzerfahrungen nötig, um der Natur etwas abzugewinnen? Oder sind sie wichtig, um eigene Sorgen und Nöte zu relativieren? Können wir nicht auch im alltäglichen Kontakt zur Natur diese Verbundenheit erfahren, spüren wie klein wir sind in diesem ganzen grossen Netz Natur und so sehr abhängig von ihm.

2. Der Artikel von Otto Herz ist teilweise als anspruchsvoll, trocken und anstrengend zu lesen empfunden worden. Ich habe mich aber gefreut, wie einige von Ihnen diesen für mich positiv visionären Artikel strukturiert haben und so für sich doch noch erschliessen konnten und die konkreten Möglichkeiten auf eine gute Art reflektierten und sogar für die Kindergartenstufe noch Ideen herausarbeiten konnten. Es geht wohl nicht darum, dass alle genannten Vorschläge verwirklicht werden, sondern die eine oder andere Idee soll Ihnen helfen, BNE ganz konkret in Ihre Arbeit einzubauen. Es sind Visionen und Ideale, die er formuliert, lassen Sie sich davon nicht abschrecken - sie sollten langfristig keine Visionen bleiben, sondern einen selbstverständlichen Platz in der Praxis einnehmen.

3. Nach dem Referat von Frau Künzli haben Sie eine Analyse der Kompetenzen und Prinzipien bei einem bereits bestehenden Plakat gemacht. Dort ist für mich nicht immer genau nachvollziehbar, was Sie erarbeitet haben, da teils auch Angaben von Lernzielen und Teilkompetenzen fehlen.
Die Arbeit an einem eigenen Thema empfand ich als ertragreich. Sie haben intensiv diskutiert und sich in der kurzen Zeit doch gut eingelassen auf die Thematik. Bei der Visionsorientierung fällt mir auf, dass Sie diese zum Teil im umgekehrten Sinn verstanden haben, als sie wirklich gemeint ist: Wie sähe die Welt aus, wenn es kein Abfall mehr weggetragen würde hat eine negative Konnotation. Eine Vision wird hier aber verstanden als der Entwurf einer erwünschten, positiven Zukunft (siehe Handout Künzli S. 3).

Mit diesen Übungen hoffen wir natürlich, dass sowohl das Einbeziehen des Nachhaltigkeitsdreiecks wie auch die didaktischen Prinzipien für BNE langsam aber sicher bei Ihrer Unterrichtsvorbereitung zur Selbstverständlichkeit werden, wie einige von Ihnen in Posts oder Kommentaren bemerken. Sie wissen nun auch, wie bereits bestehende Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit ergänzt oder verändert werden können.

Guten Abschluss und herzlichen Gruss
U.Frischknecht

PS: Wenn Sie nichts mehr von mir hören, gilt dieser Teil des Modulnachweises als bestanden. Dort wo mehrere Posts und/oder Kommentare fehlen, falsch datiert sind oder qualitativ nicht genügen, werden wir uns noch melden.

Montag, 7. April 2008

Mäuse

Wir haben uns für dieses Thema entschieden, da uns einerseits die Gestaltung, andererseits der Inhalt des Plakates angesprochen hat.

Teilkompetenzen

Um herauszufinden, welche Teilkompetenzen mit der Lerneinheit abgedeckt werden, haben wir die Lernziele genau analysiert. Wir haben festgestellt, dass die Teilkompetenzen, die in unseren Unterlagen aufgeführt sind, sehr allgemein formuliert sind. Deshalb gibt es zu jedem Ziel mehrere Teilkompetenzen:

Ziel 1: C5, E3, G5
Ziel 2: C4, C5, G6
Ziel 3: B1, E1, E6
Ziel 4: A2, B6
Ziel 5: A4, G3
Ziel 6: A4, B6, G3

Didaktische Prinzipien

Visionsorientierung: Unserer Meinung nach, findet in dieser UE kein Zukunftsdenken statt. Wir konnten dies anhand des Plakates nicht erkennen. Es geht eher um Facts.

Handlungs- und Reflexionsorientierung: Es wird sehr stark handelnd gelernt. Beispielsweise werden Rollenspiele durchgeführt, sie fangen Mäuse und pflegen selber Mäuse in ihrem Schulzimmer. Aus dem Plakat geht nicht immer klar hervor, in welcher Form die Handlungen reflektiert wurden. Wir gehen aber davon aus, dass dies gemacht wurde. Man sieht beispielsweise, dass Vorher- Nachherzeichnungen gemacht wurden.

Entdeckendes Lernen: Da relativ oft handlungsorientiert gelernt wird, kommt auch das entdeckende Lernen nicht zu kurz. Schon nur dadurch, dass die Klasse Mäuse im Schulzimmer hält, wird entdeckend gelernt.

Vernetzendes Denken: Ein solches Denken wird in dieser Lernanlage sehr stark gefördert. Beispielsweise schlüpfen die Kinder in die Rolle von Wissenschaftern und machen dabei verschiedene Experimente, die für die Medikamentenbranche wichtig sind.

Zugänglichkeit: Der Zugang durch die echten Mäuse im Schulzimmer ist gegeben. Die Realanschauung ist gerade für jüngere Kinder sehr wichtig. Wir haben den Eindruck, dass es dem/r Student/in gelungen ist, das Thema auf das Niveau der Kinder herunter zu brechen, ohne es kindlich zu machen.

Partizipationsorientierung: Dadurch, dass wie gesagt, entdeckend und handelnd gelernt wird, wird Partizipation oberflächlich gemacht. Es wird aber nicht ersichtlich, wo und ob die Schüler/innen wirklich gewisse Dinge mitbestimmen konnten.

Die Lerneinheit ist dadurch, dass sie fast alle didaktischen Prinzipien und viele Teilkompetenzen abdeckt, sehr umfangreich. Ein grosser Umfang ermöglicht den Kindern eine intensive Auseinandersetzung und vor allem auch einen mehrperspektivischen Blickwinkel auf ein Thema. Aus diesen Gründen haben wir einen positiven Eindruck erhalten.

Sonntag, 6. April 2008

Schneeschuhwanderung


Letzte Woche habe ich am J&S Kurs in Wildhaus teilgenommen. Leider hatten wir mit dem Wetter ein bisschen Pech, trotzdem sind wir am Donnerstag auf eine Schneeschuhwanderung gegangen. Wir machten uns also bei regem Schneetreiben auf. Über Nacht hatte es mindestens einen halben Meter Neuschnee gegeben, das Schneeschuhlaufen war also toll. Gerade weil wir dichten Nebel hatten, war die Erfahrung mit der Natur grossartig. Auf unseren Sehsinn konnten wir uns nicht mehr verlassen, da wir keine Anhaltspunkte ausmachen konnten. Rundum war es weiss und grau. So verlor ich mit der Zeit auch das Gefühl für die Steigung des Hanges. Ich hatte nämlich das Gefühl, fast geradeaus zu laufen. Ich fand es toll, in einem kleinen "Schneesturm" so abgelegen zu wandern. Man nahm den Schnee unter unseren Füssen viel besser wahr, gerade weil man sich fest auf diesen konzentrieren musste.
Nach dem Aufstieg kam dann der Abstieg, den ich toll fand. So rannten wir mit den Schneeschuhen den Berg hinunter. Wir assen unter zwei Bäumen, wo wir etwas vom Schneetreiben geschützt waren, doch schnell war uns wieder sehr kalt. So machten wir uns weiter auf den Weg nach unten.
Es war ein tolles Erlebnis in der Natur. Unter solchen Bedinungen würde ich es nie selber wagen, diese Wanderung zu machen. Es gab mir eine Zufriedenheit und natürlich auch ein bisschen Stolz, bei diesem Wetter so weit gelaufen zu sein.
Zwei Nächte vorher haben wir über Nacht biwakiert. Ich lag so in meinem Schlafsack und konnte den wolkenverhangenen Himmel betrachten. Ich konnte leider nicht so gut schlafen, so hörte ich morgens um fünf Uhr die Vögel zwitschern. Das gab mir ein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit der Natur. Ich schätze sie sehr und sie gibt mir viel Anlass zur Freude. Immer wieder staune ich über die Vielfalt und die Intelligenz der Natur.