Dienstag, 4. März 2008

Bananen

Heute habe ich in der Mensa für 70 oder 80 Rappen eine Banane gekauft. Der Wochenimpuls hat mich dazu angeregt einmal zu überlegen, wer alles dafür arbeiten musste, damit ich meine Banane essen kann.
Bananen wachsen in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern. Sie werden oft von Würmern, Pilzen oder Insekten attackiert. Deshalb werden sie rund 40-mal im Jahr mit Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt. Viele Arbeiter leiden wegen diesen Giften an Hautkrankheiten. Bei der Ernte muss alles sehr schnell gehen, da das Schiff schon am Hafen wartet, um die noch grünen Bananen mitzunehmen. Die Ernte, das Tragen und das Verpacken sind sehr streng und die Arbeiter/innen sind oft bis zu 13 Stunden oder länger im Einsatz. Vor dem Verpacken müssen die Bananen noch pingelig genau gewaschen werden. Haben die Bananen Flecken (z.B. vom klebrigen Latexsaft, der austreten kann), werden sie von den Einkäufern nicht abgekauft und die Arbeiter/innen erhalten keinen oder weniger Lohn. Die Bananen werden nach dem Verpacken in Lastwagen zum Hafen gefahren. Dort werden sie mit dem Schiff nach Europa gebracht. In Europa angekommen, bringt man die noch unreifen Bananen mit Lastwagen in die Reifereien. Sind die Bananen schön gelb, wie wir es uns gewohnt sind, werden sie in die Supermärkte gebracht.
Das ist der ganze Weg der Banane. Ich rechne kurz zusammen. Es braucht Leute für das…
Ø …Abauen
Ø … Besprühen
Ø … Ernten
Ø … Tragen zur Wasch- und Verpackungsstation
Ø … Waschen und Verpacken
Ø … Fahren vom Lkw zum Hafen
Ø … Verladen der Bananen
Ø … die Schifffahrt
Ø … die Fahrt in die Reifereien
Ø … Betreiben der Reifereien
Ø … Fahren in die Supermärkte

Es arbeiten also unglaublich viele Menschen dafür, dass ich eine Banane essen kann. Nun frage ich mich, wie es möglich ist, nur 70 Rappen bezahlen zu müssen? Um die Menschen, die für meine Banane gearbeitet haben richtig zu bezahlen, werde ich darauf achten, Bananen aus fairem Handel zu kaufen, z.B. Max Havelaar. Solche Organisationen achten nicht nur darauf, dass die Arbeiter/innen richtig bezahlt werden, sondern auch, dass die Arbeitsbedingungen erträglich sind.

4 Kommentare:

Daisy hat gesagt…

Auch ich habe den Weg einer Banane beschrieben und fand es sehr interessant deinen Beitrag zu lesen. Es ist einfach unglaublich, wie viel Arbeit dahinter steckt, bis ich meine Banane im Supermarkt kaufen kann. Mich hat auch erstaunt, dass Bananen trotz der vielen Arbeit so billig sind. Irgendwo habe ich sogar gelesen, dass Bananen die billigsten Früchte sind, die man kaufen kann. Das meiste Geld verdienen natürlich die Supermärkte. Die PlantagenarbeiterInnen verdienen im Vergleich zu der Arbeit, die sie leisten müssen, sehr wenig.
Ich finde es gut, dass du darauf achtest Bananen aus fairem Handel zu kaufen. Denn auch ich finde es wichtig, dass die ArbeiterInnen für die Arbeit, die sie erledigen genügend bezahlt werden.

Iglubauer hat gesagt…

Wenn man genauer über solche Dinge wie der Weg einer Banane nachdenkt, erschreckt einem das ziemlich. Für unsere Gesellschaft ist es heute normal Früchte und Gemüse zu jeder Jahreszeit kaufen zu können. Man vergisst jedoch nur zu gern, wie weit der Weg für ein solches Produkt war. Zudem ist das mit einem enormen Energieverschleiss verbunden! Mich nervt es aber vielmehr, wenn es bei Produkten, die wir in der Schweiz schon haben, wie zum Beispiel den Eiern passiert. In der Region hätten wir nämlich genügend Eier vorhanden,aber nein, sie werden von weither - auch aus dem Ausland mit Lastwagen zu uns gefahren! Das ist doch ein Wahnsinn!!!

Hurlibuab hat gesagt…

Ich esse schon lange fast keine Bananen mehr. Bananen sind ein einfaches Beispiel wie man im kleinen die Welt verändern kann. Man kann an vielen Orten darauf achten ökologisch nachhaltig zu konsumieren. Es ist sehr wichtig sich solche Gedanken zu machen und diese Gedanken auch mit seinen Schülern zu teilen. Je mehr Leute den Max unterstützen, desto besser ist unsere Welt. Ich hoffe, dass uns in unserem Leben noch viele solcher guten Ideen durch den Kopf wandern. Petri heil.

debbi hat gesagt…

max havelar ist wirklich eine tolle sache. mich hat aber eine andere stelle in deinem beitrag etwas bedenklich gestimmt. die bananen, die nicht mehr einwandfrei aussehen, können nicht mehr verkauft werden. die bananen schmecken noch einwandfrei, doch weil wir fleckenfreie, schön gelbe bananen im laden wollen, werde diese bananen vom händler nicht angenommen. es wäre auch noch interessant, was mit solchen ausgesonderten bananen geschiet. werden die noch irgendwie verwendet, oder werden sie entsorgt?