Ich verfasse meinen Post schon heute, da ich ab Freitag eine Woche weg sein werde. Meine kleine "Reise" passt aber eigentlich ganz gut ins Thema Natur. Ich werde nämlich während sieben Tage Jungleiter/innen von Blauring und Jungwacht am Brünigpass ausbilden. „Natur erleben“ ist einer der fünf Grundsätze von JuBla. In unserem Kurs werden wir diesem Grundsatz auf einer Zweitageswanderung etwas näher kommen. Wir werden von Meiringen zu unserem Biwakplatz laufen, dort die Zelte aufstellen und die Nacht im Freien verbringen. Am nächsten Tag wird noch bis zum Lagerhaus gewandert. Diese Nacht im Freien (und wohlgemerkt, es ist erst März!!) ist für mich immer wieder ein spezielles Erlebnis. Man ist der Natur sozusagen ausgesetzt – ob es Schnee hat, regnet oder schönes Wetter ist. Meine Erfahrung ist, dass dieses Erlebnis die Gruppe immer auf eine besondere Art zusammenschweisst – vor allem, wenn die Nacht wegen den Wetterverhältnissen eher hart war. Ich selber schätze das Biwakieren vor allem darum.
Ich muss aber auch sagen, dass es bestimmt Menschen in meinem Umfeld gibt, die naturverbundener sind als ich. Es kostet mich beispielsweise immer Überwindung, einen Spaziergang zu machen. Danach muss ich aber jedes Mal zugeben, dass es schön war.
Erst letztes Wochenende habe ich mit meinem Freund einen langen Frühlingsspaziergang gemacht. Ich habe dabei gemerkt, dass ich viel zu wenig auf die Schönheiten der Natur achte. Ihm fallen schöne Blumen oder irgendwelche Tiere viel eher auf, als mir. Ich glaube dies liegt vor allem daran, dass wir unterschiedlich aufgewachsen sind. Glücklicherweise kann ich aber sagen, dass ich je länger je mehr auch auf solche kleinen Dinge achte. Meine zukünftigen Schüler/innen möchte ich unbedingt auf die Schätze der Natur aufmerksam machen. Meiner Meinung nach ist das die Grundlage dafür, überhaupt motiviert zu sein, die Umwelt zu schützen.
(immer wieder erstaunlich, was einem nach einem Frühlingsspaziergang so alles durch den Kopf geht).
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7 Kommentare:
Ich war heute an einem Infoabend für Pfadieltern. Unsere Abteilung wir im Sommer am Bundeslager teilnehmen. Ca. 26'000 Pfadfinder werden sich in der Linthebene treffen, um für 2 Wochen zusammen in der Natur zu leben. Ich freue mich schon jetzt wie ein kleines Kind auf dieses Erlebnis. Ich finde wie du, dass einem in diesen Lagern, in denen man in einem Zelt schläft, erst so richtig bewusst wird, wie ausgeliefert man der Natur ist. Regen kann die ganze Lagerstimmung zerstören, Wind kann Zelte zerreissen. Doch dann folgen wieder die Tage mit Sonnenschein, die dich den Stress vergessen lassen. Die Natur ist einfach herrlich!
Wir sollten dieses Bewusstsein des Ausgeliefertseins auf unser ganzes Leben übertragen können, um bewusster mit der Natur umzugehen. Denn ich denke auch, dass wir erst dann richtig handeln können, wenn wir etwas kennen.
Janine Eggenberger, LG05Ed
Ich habe gerade gemerkt, dass es bei mir gerade umgekehrt ist. Bei mir braucht es gar keine Überwindung einen Spaziergang zu machen. Allerings habe ich noch nie eine Nacht einfach so in einem Zelt im Wald geschlafen. Vielleicht sollte ich das einmal mache... Ich kann mir nämlich schon vorstellen, dass es ein besonderes Gefühl ist, wenn man der Natur ausgeliefert ist und sich der Natur anpassen muss.
Wie du möchte auch ich meine zukünftigen Schüler/innen auf die Schätze der Natur aufmerksam machen. Ich glaube, wenn einem die Augen für diese Schätze einmal geöffnet wurden, dann bleiben sie das ganze Leben ein Stück weit offen.
Corin Weder, LG 05Ed
Ich bin zwar nicht in der Pfadi, doch sonst gerne draussen. Als ich deinen Bericht gelesen habe, war ich jedoch sehr froh, dass ich über Ostern nicht draussen schlafen muss....War es nicht saukalt?
Doch das solche Erlebnisse einander zusammenschweissen kann ich mir gut vorstellen. Ich war mal mit zwei Kollegen im Alpstein biwakieren (bei normal warmem Wetter versteht sich). Das sind jetzt sicherlich schon 4 Jahre seither, doch wir reden immernoch dauernd davon...
Auch ich musste mich in den letzten zwei Wochen überwinden, für längere Zeit in die Natur hinauszugehen. Hauptsächlich, weil es mir zu kalt war. Wenn ich trotzdem einmal draussen war, konnte ich mich gar nicht auf die Natur einlassen, weil momentan unglaublich viele Sachen in meinem Kopf herumschwirren. Heute habe ich jedoch gemerkt, wie wohltuend ein Spaziergang sein kann. Für einige Minuten konnte ich den ganzen Trubel um mich herum vergessen, abschalten und mich völlig auf die Natur konzentrieren. Auf einmal durchströmte mich eine Erleichterung und ich fühlte mich frei.
Ich finde es auch wichtig, dass man die SchülerInnen auf die Schätze der Natur aufmerksam macht. Erst wenn man die Natur bewusst wahrnimmt und ihre Schönheit erkennt, ist man eher bereit nachhaltig zu leben.
Nun bin ich wieder zurück aus dem Lager. Zur Frage von Petra, ob es nicht saukalt war, gibt es nur eine Antwort: JA.
Es hatte noch etwa 80 cm Schnee, zum Lagerhaus konnte man nicht hin fahren. Und nun muss ich mit etwas Scham zugeben, dass wir, das heisst ich, mein Mitleiter und unsere Gruppe, die Nacht nicht im Freien verbracht haben. Als wir dabei waren, eine Scheune für die Übernachtung zu suchen, fanden wir ein geheiztes Pfarreiheim. Wir konnten dem warmen Raum nicht wiederstehen und wählten die "Memmen-Variante" des Biwakierens. Irgendwie schade...Um mich noch ein bisschen zu rechtfertigen muss ich noch sagen, dass wir trotzdem draussen über dem Lagerfeuer kochten und so die Natur ein bisschen geniessen konnten.
Du sprichst mir ja aus dem Herz. Unsere Nacht beim Biwakieren war sehr hart. Wir durften aus Militärblachen Biwaks bauen. Wir wollten vorne am Biwak offen lassen, damit wir den Himmel sehen konnten. Während der Nacht wehte aber ein zügiger Wind, der mir fast die Nase abfrieren liess. Zudem rutschte ich ständig nach unten. Ich wünschte mir, dass die Stunden schneller vergehen sollten. Ich finde aber auch, dass es ein tolles Erlebnis ist, so der Natur ausgesetzt zu sein. Wir bemerkten nachher im Lagerhaus, wie verwöhnt wir eigentlich sind. Alle waren froh, eine Dusche zu nehmen und warme Kleider anzuziehen. Doch all dies ist eigentlich nicht selbstverständlich. Das wurde mir nach dieser Nacht bewusst.
Es ist sehr spannend deine Ausführung zu lesen, wir waren auch letzthin draussen am bivakieren und es war wirklich sehr kalt. Ich teile deine Meinung, dass solche Erlebnisse eine Gruppe zusammenschweist und sie einem Mut geben mehr solche Dinge zu tun. Es ist wirklich wichtig, dass wir die Kinder dazu motivieren unsere Welt zu schützen und somit einen Beitrag zu leisten an eine nachhaltige Entwicklung und den konkreten Umweltschutz. Kinder werden von der Erziehung der Lehrer und ihrer Eltern mehr geprägt als von sonst jemandem und das heisst für uns, dass wir eine riesen Verantwortung tragen, durch uns kann diese Welt konkret zu einem besserern Ort werden.
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